Ein Wilder Mann ist mit der Untergrundbahn unterwegs, er geht im Waggon auf und ab oder hält sich im Gedränge an einer Haltestange fest. Seine Seelenlage ist nicht einfach nur angespannt, nein: hochexplosiv. Mindestens. Wer immer da neben ihm steht oder ein- und aussteigt in den vielen Stationen von Peripherie zu Peripherie einer Metropole - alle Mitfahrer steigern nur seine Wut, sie ekeln ihn an. Besser, er wäre zu Hause geblieben. Aber warum er? Nein, ihr gehört nach Hause, ihr. Warum bleibt ihr nicht endlich einmal vollzählig und ganztägig in euren Löchern und Unterschlupfen? Der Weltekel des Wilden Mannes ist allumfassend, nichts als Scheinleben, Verlogenheit und Hässlichkeit um sich herum nimmt er wahr, und immer mehr redet er sich in Rage, wirkt angsteinflößend und komisch zugleich. In furiosen Tiraden, grotesken Wortspielen und gewaltigen Wortkaskaden lässt er seinem Ekel freien Lauf: Verschwindet endlich, bitte sterbt, krepiert. Den einzelnen Passagieren erfindet er Geschichten, die unversehens zu Beschimpfungen werden; er liest ihnen die Leviten...
Rechte: Suhrkamp-Verlag, Frankfurt
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