Die Dame Kobold - eine Mantel- und Degenkomödie von Calderón de la Barca (1600-1681) in der Übersetzung von Hugo von Hofmannsthal
Geheime Türen und nächtliche Rendezvous, spritzige Wortgefechte und rasante Fechtkämpfe - das sind die Elemente, aus denen CALDERÓN DE LA BARCA sein turbulentes Verwirrspiel "Dame Kobold" gestrickt hat.
Für den jungen Edelmann Don Manuel entwickelt sich der Aufenthalt im Hause eines Freundes sehr bald zu einem merkwürdigen Abenteuer: Gleich bei der Ankunft begegnet ihm eine tiefverschleierte Fremde, die sich auf der Flucht vor einem Verfolger befindet und ihn um Beistand anfleht. Als sich jener Verfolger ausgerechnet als Don Luis, der Bruder seines Gastgebers entpuppt, ist die Dame bereits verschwunden. Noch rätselhafter wird die Sache, als Don Manuel in seinem Zimmer plötzlich Briefe von der Unbekannten vorfindet, während sein Diener Cosme schwört, einem Kobold begegnet zu sein.
Was Don Manuel nicht weiß: Im gleichen Haus lebt auch Donna Angela, die jung verwitwete Schwester seines Freundes, die aus Gründen der Familienehre streng bewacht und in einem geheimen Gemach versteckt wird. Donna Angela jedoch hat ihre eigenen Pläne mit Don Manuel und beginnt ein riskantes Spiel, welches zu immer neuen Verwicklungen führt und am Ende alle Beteiligten in Gefahr bringt.
Die Faszination des Übernatürlichen, von Zauberei und Magie, wird in diesem Stück verknüpft mit einer Gesellschaftskomödie um Liebe, Intrigen und übertriebenes Ehrgefühl. Was in dieser Welt Trug und was Wahrheit ist und wo die Grenze zwischen Sein und Schein verläuft, das lässt der Dichter an vielen Stellen im Zwielicht, wie es für das Lebensgefühl der Barockzeit typisch ist.
