Joyce kam 1882 in Dublin zur Welt. Sein Vater war Steuereintreiber, trank zu viel, spielte zu gern und ging Bankrott, als James Joyce elf Jahre alt war. Er wurde daraufhin aus der Schule genommen, kam später auf ein Jesuiten-Internat und schwor mit 16 der Kirche ab. Er studierte Sprachen, begann zu schreiben und lernte Nora Barnacle kennen. Am 16. Juni 1904 wurden die beiden ein Paar. Der Tag ging als „Bloomsday“ in die Weltliteratur ein. An diesem einen Tag nämlich spielt Joyce’ Roman „Ulysses“. Nora Barnacle setzte der Schriftsteller in der Figur der Molly Bloom ein Denkmal, deren Monolog am Ende des Werks die Wissenschaftler bis heute beschäftigt und der die Erzählform des Bewusstseinsstroms perfektionierte.
James Joyce starb am 13. Januar 1941 in Zürich.
Ein Tag im Leben des Leopold Bloom
Der Held des Romans heißt Leopold Bloom, ist Anzeigenvertreter und verlässt an jenem 16. Juni 1904 nach dem Frühstück sein Haus in Dublin, um 18 Stunden später nach Hause und ins Bett seiner Frau zurückzukehren. In Anlehnung an die Odyssee des Homer folgen wir den Abenteuern Blooms und damit seiner langen Heimkehr. Bloom wird – im Wartezimmer – Zeuge einer Geburt, er geht zu einer Beerdigung und besucht am Abend ein Bordell. Das sind die weniger alltäglichen Dinge, die geschehen, davon abgesehen passiert nichts Spektakuläres – und doch steckt die ganze Welt in diesen 18 Kapiteln.
Mollys Monolog
"und an dem Abend wo wir das Fährschiff in Algeciras verpaßt hatten der Wächter wie er so heiter und alles in Ordnung herumging mit seiner Laterne und oh der reißende tiefe Strom oh und das Meer das Meer glührot manchmal wie Feuer und die herrlichen Sonnenuntergänge und die Feigenbäume in den Alamedagärten und rosa und blauen und gelben Häusern und die Rosengärten und der Jasmin und die Geranien und Kaktusse und Gibraltar als kleines Mädchen wo ich eine Blume des Berges war ja wie ich mir die Rose ins Haar gesteckt hab wie die andalusischen Mädchen immer machten oder soll ich eine rote tragen ja und wie er mich geküßt hat unter der maurischen Mauer und ich hab gedacht na schön er so gut wie jeder andere und hab ihn mit den Augen gebeten er soll doch nochmal fragen ja und dann hat er mich gefragt ob ich will ja sag ja meine Bergblume und ich hab ihm zuerst die Arme um den Hals gelegt und ihn zu mir niedergezogen daß er meine Brüste fühlen konnte wie sie dufteten ja und das Herz ging ihm wie verrückt und ich hab ja gesagt ja ich will Ja."
(aus: James Joyce: Ulysses. Deutsch von Hans Wollschläger, Frankfurt 1981;
Text-Quelle: ttp://www.br-online.de/br-alpha/klassiker-der-weltliteratur/james-joyce-roman-ulysses-ID1299513391794.xm)
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Ein Tag im Leben des Leopold Bloom
Der Held des Romans heißt Leopold Bloom, ist Anzeigenvertreter und verlässt an jenem 16. Juni 1904 nach dem Frühstück sein Haus in Dublin, um 18 Stunden später nach Hause und ins Bett seiner Frau zurückzukehren. In Anlehnung an die Odyssee des Homer folgen wir den Abenteuern Blooms und damit seiner langen Heimkehr. Bloom wird – im Wartezimmer – Zeuge einer Geburt, er geht zu einer Beerdigung und besucht am Abend ein Bordell. Das sind die weniger alltäglichen Dinge, die geschehen, davon abgesehen passiert nichts Spektakuläres – und doch steckt die ganze Welt in diesen 18 Kapiteln.
Mollys Monolog
"und an dem Abend wo wir das Fährschiff in Algeciras verpaßt hatten der Wächter wie er so heiter und alles in Ordnung herumging mit seiner Laterne und oh der reißende tiefe Strom oh und das Meer das Meer glührot manchmal wie Feuer und die herrlichen Sonnenuntergänge und die Feigenbäume in den Alamedagärten und rosa und blauen und gelben Häusern und die Rosengärten und der Jasmin und die Geranien und Kaktusse und Gibraltar als kleines Mädchen wo ich eine Blume des Berges war ja wie ich mir die Rose ins Haar gesteckt hab wie die andalusischen Mädchen immer machten oder soll ich eine rote tragen ja und wie er mich geküßt hat unter der maurischen Mauer und ich hab gedacht na schön er so gut wie jeder andere und hab ihn mit den Augen gebeten er soll doch nochmal fragen ja und dann hat er mich gefragt ob ich will ja sag ja meine Bergblume und ich hab ihm zuerst die Arme um den Hals gelegt und ihn zu mir niedergezogen daß er meine Brüste fühlen konnte wie sie dufteten ja und das Herz ging ihm wie verrückt und ich hab ja gesagt ja ich will Ja."
(aus: James Joyce: Ulysses. Deutsch von Hans Wollschläger, Frankfurt 1981;
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