Zum Stück
Kurt: „Man muss sich rauskappen aus der Verbindung und einzeln werden, raus mit den fremden Gedanken und alles dicht machen, nach außen keine Fühler mehr, nur noch Waffen, wie eine Qualle, blind und zu, und wer sich nähert wird verbrannt, ohne Wut. Mund zu, Ohren zu und tun.“
Kurt wehrt sich gegen die Vereinnahmung durch die Erwachsenenwelt, will niemals werden „wie die“ und sein Protest beschränkt sich bald nicht mehr auf kleine Zündeleien hinter der Garage. Olga, seine Schwester, will um jeden Preis die dumpfe Enge ihrer Jugend hinter sich lassen, aber die Beziehung zu Paul enttäuscht ihre Erwartungen. Während sich die Eltern hilflos darum bemühen, an ihre Kinder heranzukommen, schließen sich die Geschwister immer enger aneinander an und kapseln sich gegen ihre Umwelt ab. Nur Paul ahnt das Verhängnis, das sich aus der autistischen Verschwörung der beiden entwickeln wird. Ein verstörendes, amoralisches Stück über Jugendliche, die ihr Erwachsenwerden als existentielle Erniedrigung erleben, über zwei in ihre hermetische Eigenwelt versponnene Geschwister, die grausam Rache üben an den gleichermaßen liberalen wie hilflosen Eltern.
"Feuergesicht von Marius von Mayenburg ist eine klare und in dieser Konsequenz selten erreichte Beschreibung einer allzu bekannten, aber nicht durchschauten Personenkonstellation der bürgerlichen Kleinfamilie. Das Stück entwickelt seine mit beängstigender Folgerichtigkeit ablaufende tödliche Dynamik, seine kalte Wut, aber auch seinen verhaltenen Witz und seine zarte, wie verdrängt wirkende Poesie- aus der genauen Analyse der familiären- Welt.“
(Aus der Jury-Begründung zum Kleist-Förderpreis- für junge Dramatiker, 1997).
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Kurt: „Man muss sich rauskappen aus der Verbindung und einzeln werden, raus mit den fremden Gedanken und alles dicht machen, nach außen keine Fühler mehr, nur noch Waffen, wie eine Qualle, blind und zu, und wer sich nähert wird verbrannt, ohne Wut. Mund zu, Ohren zu und tun.“
Kurt wehrt sich gegen die Vereinnahmung durch die Erwachsenenwelt, will niemals werden „wie die“ und sein Protest beschränkt sich bald nicht mehr auf kleine Zündeleien hinter der Garage. Olga, seine Schwester, will um jeden Preis die dumpfe Enge ihrer Jugend hinter sich lassen, aber die Beziehung zu Paul enttäuscht ihre Erwartungen. Während sich die Eltern hilflos darum bemühen, an ihre Kinder heranzukommen, schließen sich die Geschwister immer enger aneinander an und kapseln sich gegen ihre Umwelt ab. Nur Paul ahnt das Verhängnis, das sich aus der autistischen Verschwörung der beiden entwickeln wird. Ein verstörendes, amoralisches Stück über Jugendliche, die ihr Erwachsenwerden als existentielle Erniedrigung erleben, über zwei in ihre hermetische Eigenwelt versponnene Geschwister, die grausam Rache üben an den gleichermaßen liberalen wie hilflosen Eltern.
"Feuergesicht von Marius von Mayenburg ist eine klare und in dieser Konsequenz selten erreichte Beschreibung einer allzu bekannten, aber nicht durchschauten Personenkonstellation der bürgerlichen Kleinfamilie. Das Stück entwickelt seine mit beängstigender Folgerichtigkeit ablaufende tödliche Dynamik, seine kalte Wut, aber auch seinen verhaltenen Witz und seine zarte, wie verdrängt wirkende Poesie- aus der genauen Analyse der familiären- Welt.“
(Aus der Jury-Begründung zum Kleist-Förderpreis- für junge Dramatiker, 1997).
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