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Rüdigerstraße
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Juli 2008 |
1777 - 1811 |
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Amphitryon Komödie von Heinrich von Kleist nach einer Vorlage von Molière
Das Stück variiert die bekannte Legende um die Zeugung des Herakles: Alkmene erwartet im Palast zu Theben die Rückkehr ihres Gatten Amphitryon aus dem Krieg. Doch statt seiner kommt Jupiter, der Göttervater, in der Gestalt des Amphitryon und beglückt sie mit einer langen Liebesnacht. Als am folgenden Morgen der echte Amphitryon heimkehrt und von seiner vermeintlichen Anwesenheit in der Nacht erfährt, muss er sich betrogen fühlen, während Alkmene sich von Amphitryon verraten fühlt, da er bestreitet, in der Nacht bei ihr gewesen zu sein. Doch auch der Gott Jupiter leidet unter Eifersucht, quält ihn doch der Gedanke, dass Alkmene in ihm nur den Gatten, nicht jedoch den Gott geliebt hat. Und so muss er erneut auf die Erde zurückkehren, um sich Gewissheit zu verschaffen.
Das Kunststück der Kleistschen Komödie besteht vor allem darin, dass er die verzwickte Dreieckskonstellation aus Göttern und Menschen nicht ohne Ernst behandelt und stellenweise sogar an den Rand des Tragischen führt, ohne dass dadurch die Komik der französischen Vorlage geschmälert wird. Dafür sorgt nicht zuletzt die karikaturistische Spiegelung des Geschehens durch Amphitryons Diener Sosias, der sich ebenfalls mit einem unerwünschten Doppelgänger - dem Götterboten Merkur - herumschlagen muss und bei seiner Frau Charis in Misskredit gerät.
Erster Feldherr: ...
Wer von euch beiden ist Amphitryon?
Ihr seid es, gut; doch jener ist es auch.
Wo ist des Gottes Finger, der uns zeigte,
In welchem Busen, einer wie der andre,
Heinrich von Kleist (1777-1811)
Geboren am 18.10.1777 in Frankfurt/Oder. Er kam nach dem frühen Tod des Vaters 1788 in das Haus des Predigers S. Cartel und besuchte das französische Gymnasium. 1792 trat er in das Potsdamer Garderegiment ein. Kleist nahm am Rheinfeldzug (1796) teil, wurde Leutnant (1797) und schied 1799 freiwillig aus dem Dienst aus. Dann studierte er Philosophie, Physik, Mathematik und Staatswissenschaft in Frankfurt/O. (1799/1800). Zwischen 1802 und 1803 lebte er in Weimar bei Wieland , wo er auch Goethe und Schiller kennenlernte1804 trat er in den preußischen Staatsdienst ein. Er wurde 1807 in Berlin als vermeintlicher Spion festgenommen. 1807-1809 war er in Dresden, wo er mit Tieck verkehrte und mit A. Müller den "Phöbus" herausgab. 1810 gab er mit A. Müller die "Berliner Abendblätter" heraus, die schon kurz darauf wegen Zensurschwierig-keiten eingestellt werden mußten. Ohne literarischen Erfolg, an menschlichen Bindungen zweifelnd und über die politische Lage verzweifelt, nahm er sich gemeinsam mit der unheilbar kranken Henriette Vogel am 21.11.1811 am Wannsee das Leben.
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