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Peter Handke:
Untertagblues – Ein Stationendrama
Ein Wilder Mann ist mit der Untergrundbahn unterwegs, er geht im Waggon
auf und ab oder hält sich im Gedränge an einer Haltestange fest. Seine
Seelenlage ist nicht einfach nur angespannt, nein: hochexplosiv.
Mindestens. Wer immer da neben ihm steht oder ein- und aussteigt in den
vielen Stationen von Peripherie zu Peripherie einer Metropole - alle
Mitfahrer steigern nur seine Wut, sie ekeln ihn an. Besser, er wäre zu
Hause geblieben. Aber warum er? Nein, ihr gehört nach Hause, ihr. Warum
bleibt ihr nicht endlich einmal vollzählig und ganztägig in euren
Löchern und Unterschlupfen? Der Weltekel des Wilden Mannes ist
allumfassend, nichts als Scheinleben, Verlogenheit und Hässlichkeit um
sich herum nimmt er wahr, und immer mehr redet er sich in Rage, wirkt
angsteinflößend und komisch zugleich. In furiosen Tiraden, grotesken
Wortspielen und gewaltigen Wortkaskaden lässt er seinem Ekel freien
Lauf: Verschwindet endlich, bitte sterbt, krepiert.
Den einzelnen Passagieren erfindet er Geschichten,
die unversehens zu Beschimpfungen
werden;
er liest ihnen die Leviten...
Rechte: Suhrkamp-Verlag, Frankfurt
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